Das Werk zeigt Artemisia, Königin von Halikarnassos, die im Begriff ist, die Asche ihres verstorbenen Gatten Mausolos aus einem von einer Dienerin gereichten Kelch zu trinken. Im Hintergrund kann man im Dämmerlicht die rätselhafte Gestalt einer alten Frau erkennen.
Das Gemälde wurde auch als Darstellung der Sophonisbe interpretiert, wie sie das Gift trinkt, welches ihr von ihrem Gatten aus dem Kerker übergeben wurde, um nicht der Lüsternheit Scipios zum Opfer zu fallen.
In jedem Fall handelt es sich um eine Anspielung auf die eheliche Treue und Liebe, womit der Maler auf seine Ehe mit Saskia van Uylenburgh hinzuweisen scheint, die im gleichen Jahr, aus dem auch das Bild datiert, geschlossen wurde.
Das Gemälde stammt aus der Zeit von Rembrandts größter Schaffenskraft und nutzt gezielt das Licht, um die Figur vor dem schwarzen Hintergrund hervorzuheben. Diesen tenebristischen Effekt Caravaggios (1573-1633) machte sich Rembrandt über das Werk seines Lehrmeisters Peter Lastman (1583 - 1633) zu Eigen.
Das Kunstwerk wurde 1769 für Karl III. aus der Sammlung des Markgrafen von Ensenada erworben.